STRESSBEWÄLTIGUNG

Positive Lebensziele statt Angst, Depression und Burnout

Stressbewältigung in ihrer üblichen Form - als Gruppenveranstaltung z. B. im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung - bewirkt erfahrungsgemäß eher wenig. Das liegt nicht an den Programmen selbst, die auf erprobten verhaltenstherapeutischen Grundlagen beruhen. Aber wie soll man den wohlmeinenden Input umsetzen, wenn die Arbeitsstrukturen die gleichen bleiben? Stress entsteht immer im Lebens- bzw. Arbeitskontext. Ohne die Bereitschaft, auch hier für Veränderung offen zu sein, verpuffen selbst noch die besten Stressbewältigungsseminare. Jede Therapie, Beratung oder wie auch immer man es nennen will, setzt bei den Betroffenen (und im Unternehmen heisst das: Bei den Verantwortungsträgern) einen Veränderungswillen voraus. Man braucht gute Gründe, um sich auf die tieferen Ursachen einer stressbedingten Überforderung einzulassen, zumal allein die Verwendung dieses Begriffs sofort einen scheinbaren Widerspruch zu den Erwartungen des Leistungsprinzips schafft. Dabei sollte klar sein, dass die Einforderung von Leistung an sich kein Problem ist - es sei denn, die Voraussetzungen zu ihrer Erbringung sind ungünstig. Und das hängt immer vom jeweiligen persönlichen oder organisatorischen Kontext ab. Da braucht es z. B. in Unternehmen erst einmal die Bereitschaft bzw. den Mut, die eigene Unternehmenskultur zumindest im Ansatz zur Disposition zu stellen.  Um möglichst konstante (Höchst-)Leistung in Unternehmen zu ermöglichen, braucht es eine transparente und zielorientiert Unternehmenskultur - und das ist nicht selbstverständlich bzw. muss immer wieder überprüft und angepasst werden. Auch ist es für den einzelnen (wie auch für die Verantwortlichen in Organisationen) meist nicht damit getan, den Finger in die Wunde zu legen und zu fragen, woran es wohl liegen mag, dass man sich so schlecht fühlt, oder warum im Betrieb ein so hoher Krankenstand herrscht. Das ist im Zweifelsfall die leichtere Übung, die man auch noch ohne professionellen Beistand hinbekommt. Wenn es aber darum gehen soll, darüber nachzudenken wie eine Veränderung zum Besseren aussehen könnte, wird es schon schwieriger - bisweilen fühlt sich eine Bewegung in diese Richtung ganz unmöglich an. Als soziale Wesen schaffen wir Veränderungen am besten in Beziehungen - zu uns selbst oder zu anderen. Da aber das eigene Selbst in der Krise keine verlässliche Bezugsgrösse mehr ist, empfiehlt es sich dringend, spätestens jetzt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, sowohl auf individueller Ebene als auch im Unternehmenskontext, z. B. in Form eines Change Managements oder auch eines grundlegenden Gesundheitsmanagements. Eine konsequente Ausrichtung an den Zielen, vor allem aber eine Überprüfung der damit verbundenen Erwartungen und Vorstellungen liefern dabei verlässliche Bezugsgrößen. Das kann z. B. heissen, endlich eine verlässliche Fehlerkultur im Unternehmen einzuführen, aus der heraus das Leistungsprinzip erst lebensnah umsetzbar wird. Da das Leben bekanntlich ein Lernprozess ist, sollte es selbstverständlich sein, dass Veränderungen dazu gehören. Da wir aber aus hirnphysiologischer Sicht sehr konservativ strukturiert sind, hält unser Gehirn an alten Strategien fest - auch, wenn diese längst nicht mehr hilfreich sind. Echte Veränderungen gelingen daher nicht einfach, schnell und ohne Nebenwirkungen; aber allein schon aufgrund der neuronalen Plastizität unseres Gehirns sind sie möglich. Ich beziehe mich hier u. a. auch auf das bewährte Stressbewältigungsprogramm des "Zürcher Ressourcenmodells" nach Maja Storch, das sehr stark mit neurophysiologischen Erkenntnissen arbeitet. Allein schon die Feststellung, dass man eine Wahl hat - nämlich alles beim Alten zu belassen oder den Schritt in's Ungewisse zu wagen - kann befreiend wirken, wiederum sowohl für den einzelnen als auch für Organisationen bzw. die in ihnen Verantwortlichen.  Stressbewältigung, die gelingen soll, muss also beim "Eingemachten" ansetzen, bei den Überzeugungen und Werten eines Menschen bzw. bei der jeweiligen Unternehmenskultur. Sie muss ihm oder ihr sinnvolle Wege in das Ungewisse einer dann tatsächlich besseren persönlichen oder organisatorischen Zukunft eröffnen. Erst dann wird man es schaffen, all die notwendigen Anpassungsschritte zu leisten, die im Wesentlichen damit zu tun haben, mit sich selbst - und anderen - auf andere Weise umzugehen. Nur so können Stressbewältigung und Leistungssteigerung zu komplimentären Begriffen werden. Lassen Sie sich überraschen und machen Sie einen Termin!

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